FAN-CHECK: Radio Eiszeit

Toto_neu_klein  | Autor: Thorsten Neulinger |

Foto: privat
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Wenn am Sonntag 18.45 Uhr das Spiel der Augsburger Panther gegen die Krefeld Pinguine angepfiffen wird, ist „Radio Eiszeit“ wieder live auf Sendung. Die Macher des Fanradios der Krefeld Pinguine gehen damit in ihre Jubiläumssaison: Mittlerweile zehn Jahre gehen sie für ihre Hörer auf Sendung.

 

Wie so häufig stürmen bei den Heimspielen der Krefeld Pinguine, deren letzter Meisterschaftsgewinn 13 Jahre zurückliegt, die Fans in den KönigPalast, um dort ihre Mannschaft anzufeuern, mit ihnen zu jubeln und auch mit ihnen zu leiden. War man schon einmal im KönigPalast, hat man erfahren, wie laut die Fans der Pinguine sein können. Doch was machen diese Fans, wenn Auswärtsspiele anstehen? Mit Sicherheit gibt es Spiele, die nicht allzu weit entfernt sind. Spiele bei der Düsseldorfer EG, auch gerne als Straßenbahn-Duell bezeichnet, sind quasi direkt um die Ecke. Auch die Auswärtspartien bei den Kölner Haien muss man mal erlebt haben. Aber was ist mit Auswärtsspielen in München, Straubing, Augsburg oder Ingolstadt? Die Strecke ist doch etwas länger und verständlicherweise kann nicht jeder Fan den langen Weg an Wochenenden oder unter der Woche auf sich nehmen. Was machen also nun die ganzen KEV-Fans an diesen Tagen?

Foto: privat
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Die Antwort ist zum Glück nicht kompliziert. Die meisten schalten ganz einfach „Radio Eiszeit“ ein. Denn seit zehn Jahren besteht eine Möglichkeit für Pinguin-Fans das Auswärtsspiel ihrer Mannschaft live zu verfolgen. Was alles mit einem einfachen Live-Ticker anfing, entwickelte sich zu einer Liveberichterstattung am Mikrofon übers Internet. „Wir wollten und möchten den daheim gebliebenen Fans die Möglichkeit bieten, die Pinguine live zu verfolgen“, erklärt Thomas Wengel, der von seinen Mitstreitern als der „Organisator“ oder auch gerne als „Mutti für alles“ bezeichnet wird. „Am Anfang hatten wir die Idee eines Livetickers, doch irgendjemand brachte die Idee auf, statt eines Tickers ein Radio zu realisieren. Das haben wir zeitnah umgesetzt und sind nun seit Dezember 2008 regelmäßig auf Sendung.“

Fotzo: privat
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Dezember 2008; erstes Spiel in Berlin als Live-Übertragung: Der Grundstein für ein Fan-Radio, das sich über die Jahre zu einer festen Gewohnheit vieler Pinguin-Fans entwickelt hat. Das merkt man auch an den Zuhörerquoten (für diejenigen, die denken es würde sich „nicht lohnen“): Pro Sendung hat Radio Eiszeit um die 1000 Zuhörer (in der Spitze waren es 3000), die zuhause am PC, Tablet oder über das Handy mit fiebern. Besonders hoch sind natürlich die Zuhörerzahlen, wenn die Play-Offs anstehen, die dieses Jahr mit einem aufgerüsteten Kader endlich wieder erreicht werden sollen. Doch wer sitzt dann überhaupt am Mikrofon und kommentiert? Es sind Fans. Fans der Pinguine, die Lust und Spaß haben, den zuhause gebliebenen Anhängern der Pinguine das Spiel bildlich zu beschreiben und sie so das Spiel miterleben lassen zu können. Doch ist das alles so leicht umzusetzen?

Radio Eiszeit-Mitglied Jan Hoppe gibt darauf eine treffende Antwort: „Die Arbeit im Hintergrund ist nicht zu vernachlässigen. Bevor die Saison losgeht und unsere Moderatoren durch die Liga touren, müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen. Neben einem zuverlässigen Server brauchen wir natürlich Equipment für die Übertragung vor Ort. Um all das kümmern wir uns während der Sommerpause.“ Doch wie für jede tolle Sache im Leben braucht man auch für die Umsetzung von „Radio Eiszeit“ eine gewisse finanzielle Sicherheit. „Die Finanzierung ist ein großes Thema“, so Jan Hoppe weiter, „Hiermit möchte ich mich ausdrücklich bei unseren Sponsoren und auch den Fans bedanken, denn eins ist klar: Ohne Sponsoren und die finanzielle Hilfe der Fans wäre dieses Projekt nicht möglich!“

Foto: privat
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Wirft man noch einmal einen Blick auf die Kommentatoren oder auch Moderatoren, könnte die Frage aufkommen: Was ist denn mit den Freitagsspielen oder den Spielen unter der Woche? Müssen die Kommentatoren nicht auch arbeiten? Schließlich ist das ja „nur“ ein Hobby.

Darauf hat Eiszeit-Kommentator Dirk Hausmann eine Antwort: „Sicherlich kostet es den ein oder anderen Tag Urlaub. Allerdings habe ich das Glück, einen sportbegeisterten Chef zu haben. Auch wenn er sich eher der TSG Hoffenheim zugewandt fühlt, ermöglicht er mir sehr viel. Ich lebe in Bruchsal bei Karlsruhe, brauche um die ein bis zwei Stunden zu einem Auswärtsspiel der Pinguine. Doch das nimmt man gerne in Kauf.“ Wie seit einigen Jahren wird Dirk Hausmann auch in diesem Jahr wieder Spiele kommentieren. Beim ersten Auswärtsspiel dieser Saison in Augsburg wird er am Mikrofon sitzen.

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Man kann also festhalten: Zehn Jahre KEV-Fans.de, das Forum, welches hinter „Radio Eiszeit“ steht. Acht Jahre Radio-Liveübertragungen übers Internet; eine anfangs kleine Idee, die sich zu einer großen Leidenschaft entwickelt hat und allen Beteiligten Spaß macht und auch in Zukunft für Unterhaltung sorgen wird.

 

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