NACHGECHECKT: Petr Sikora

Kathrin_klein  | Autor: Kathrin Wolf |

Selten ist der Begriff „Legendenspieler“ derart zutreffend wie bei Petr Sikora. Der 46-Jährige war Publikumsliebling, wo auch immer er unter Vertrag war. Nach 27 Jahren als Profi-Eishockeyspieler hat er nun den berühmten Nagel gefunden, an den er seine Schlittschuhe hängen will. Aber eben doch nicht so richtig, er wird nämlich Nachwuchstrainer in seinem tschechischen Heimatland. Zum Abschluss seiner aktiven Karriere beantwortete er uns ein paar Fragen.

 

Petr Sikora bei einer Autogrammstunde - Foto: Grit Büttner
Petr Sikora bei einer Autogrammstunde – Foto: Grit Büttner

27 Jahre Profi-Eishockey – wie schwer ist dir Entscheidung gefallen, jetzt aufzuhören?

Diese Entscheidung zu treffen, war nicht so schwer, wie ich es vielleicht früher gedacht hätte. Irgendwann musste es auch mal kommen und die letzten Jahre habe ich gespürt, dass dieser Zeitpunkt nahe ist. Mein Sohn ist jetzt elf Jahre und spielt Eishockey beim HC Trinec. Da möchte ich dabei sein.

Wenn du zurück blickst, woran erinnerst Du Dich gern in deiner Karriere?

In 27 Jahren Profi-Eishockey sammeln sich eine Menge schöne Erlebnisse an. Wäre ja auch komisch, wenn es anders gewesen wäre. Schöne Erinnerungen habe ich an die beiden Aufstiege 2005 und 2008 mit den Dresdner Eislöwen. Aber auch die Saison 1992/93 mit dem HC Vitkovice war schön, die wir als Vizemeister beendet haben. In den letzten Spielen wurde ich als bester Spieler ausgezeichnet. Das war übrigens auch die letzte Saison, in welcher tschechische und slowakische Mannschaften in einer Liga gespielt haben.

Welches war dein schlechtestes oder traurigstes Erlebnis?

Ich bin ein sehr positiver Mensch. Entweder es gab keine oder ich hab sie schon vergessen. Ich schau nicht so viel nach hinten.

Spieler der Saison 2004/2005 - Foto: Grit Büttner
Spieler der Saison 2004/2005 – Foto: Grit Büttner

Von welchem Mitspieler und Trainer hast du am meisten profitiert?

Es gab in meiner Karriere ein paar Spieler, mit denen ich mich, ohne groß zu reden, verstanden habe. Dazu gehört auf jeden Fall Jedrzej Kasperczyk (momentan Co-Trainer bei den Icefighters Leipzg). Mit ihm habe ich in Dresden zusammen gespielt. Und an dieser Stelle muss ich auch Jiri Kochta erwähnen. Er war genau zu dieser Zeit mein Trainer bei den Dresdner Eislöwen. Unter seiner Leitung zu spielen hat enorm viel Spaß gemacht und erfolgreich waren wir auch.

 

 

Gab es einen Verein, bei dem du besonders gern gespielt hast?

Grundsätzlich habe ich bei jedem Verein, wo ich unter Vertrag war, gern gespielt. Aber je länger man irgendwo spielt, desto stärker ist die Bindung, die man aufbaut. Ja, und meine längste Station war halt Dresden.

Wo auch immer du gespielt hast, warst du immer einer der Publikumslieblinge. Woran, denkst du, hat das gelegen?

Ja ich weiß nicht. Aber vielleicht, weil ich oft an Toren beteiligt war. Das wollen die Fans natürlich sehen.

Den größten Teil deiner Karriere hast du in Deutschland verbracht. War es eine gute Entscheidung, nach Deutschland zu wechseln, auch wenn die Entfernung zur Familie dadurch groß war?

Ich bereue keine Entscheidung in meinem Leben. Also auch diese nicht. Es ist immer gut so, wie es ist.

Du hast einmal gesagt, wenn dir die Kraft als Stürmer ausgeht, willst du erst in die Verteidigung und dann ins Tor rücken. Die beiden letzten Positionen hast du nun doch ausgelassen?

In der Verteidigung habe ich mich probiert. Allerdings habe ich mich nicht wohl gefühlt. Da fiel dann der Torwart auch flach. Ich bin Stürmer mit Leib und Seele.

Petr Sikora im Eislöwentrikot - Foto: Grit Büttner
Petr Sikora im Eislöwentrikot – Foto: Grit Büttner

Jetzt hast du als Nachwuchstrainer beim HC Trinec unterschrieben. Was werden deine Aufgaben sein?

In allererster Linie ist meine Aufgabe, Kindern das Eishockey spielen beizubringen. Mal schauen, ob es mir gelingt,

Ohne Eishockey wird es für dich also auch künftig nicht gehen?

Scheinbar nicht. Ich habe mich die ganze Zeit darauf gefreut, dass ich nach meiner Karriere einmal richtig Winterurlaub machen kann. Wieder Fehlanzeige.

Ich glaube, dass ich im Namen sehr vieler Fans spreche, wenn ich dir für tolle Momente, spannende Spiele und Traum-Tore danke. Du hast uns viel Freude bereitet. Dekuji, Siki!

Oh Gott, jetzt kommen mir doch die Tränen. Danke schön!

 

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