NACHGECHECKT: „Playoff-Towels“ in Nürnberg

„Schuss, Tor, wedeln“ heißt es heute wieder bei den Nürnberg Ice Tigers. Es ist ein großartiger Anblick, wenn bei einem Tor alle Zuschauer mit weißen Handtüchern wedeln. Denn da haben sie ihren großen Auftritt: die weißen Handtücher der Gaißacher Werbefirma „Crazy Company“.

 

Foto: Crazy Company
Foto: Crazy Company

Wenn die ersten Fans am Abend in die ausverkaufte Nürnberger Arena stürmen, liegen sie  auf allen Plätzen bereit. Die Rede ist von über 7500 „Playoff-Towels“, die das Publikum durch die hochemotionalen Playoffs begleiten. In mindestens 60 Minuten intensivstem Eishockey wird dann im Wechselbad der Gefühle wieder geknetet, hinein gebissen, der Schweiß von der Stirn gewischt und auf dem Höhepunkt, einem Tor der Ice Tigers, enthusiastisch fleißig zu Tausenden gewedelt.

Den Ursprung des Einsatzes der sportlichen Frotteeware findet man übrigens in Nordamerika. Dort haben die sogenannten „Rally Towels“ bereits seit den 1970er Jahren in den verschiedensten US-Sportarten Tradition. So gibt es dieses Ritual natürlich auch bei mehreren Teams aus der NHL, der besten Eishockeyliga der Welt, noch heute zu besonderen Events oder in den Playoffs. Und genau dort hat Christoph Sandner die Handtücher das erste Mal in Aktion gesehen. „Unser Geschäftsführer war vor drei Jahren bei den Playoff-Spielen der Winnipeg Jets“, erfuhren wir von Ice Tigers Pressesprecher Roman Horlamus. „Er war begeistert und wir haben dann sofort begonnen, die Umsetzung in die Wege zu leiten.“ Der Elan steckte die Premiumsponsoren an. Diese konnten mit ins Boot geholt werden und sicherten Unterstützung an dieser in Deutschland einzigartigen Aktion zu, die nun bereits das zweite Jahr durchgeführt werden kann. Die Handtücher zieren übrigens neben den Partner- auch das offizielle Playoff-Logo der Ice Tigers und sie sind selbstverständlich für die Besucher kostenlos.

Siebdruckkarussell in der Produktion - Foto: Crazy Company
Siebdruckkarussell in der Produktion – Foto: Crazy Company

Bis die knapp 7700 Zuschauer fleißig das Handtuch schwingen können, hat dieses einen langen Weg vor sich. Die Baumwolle stammt aus Turkmenistan, die Frotteeproduktion erfolgt in der Türkei in Zentralanatolien, der Aufdruck samt Konfektion entsteht jedoch im oberbayerischen Gaißach bei „Crazy Company“. Die junge Werbefirma möchte sich mit ihren besonderen Produkten und Dienstleistungen in der Eishockeywelt einen Namen machen. Inhaberin Yasemin Kistiloglu-Ehliz strotzt zusammen mit ihrem Mann Tolga bereits voller Tatendrang: „Alles muss verdammt schnell gehen, die Zeitpläne sind straff. Am Ende soll jeder Fan sein Handtuch in den Händen halten können. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir solche anspruchsvollen Aufgaben übernehmen dürfen. Die Spannung steigt von Spiel zu Spiel. Auf dem Eis wird hart gearbeitet und auch hinter den Kulissen tut man alles, um die einzigartige Playoff-Zeit abzurunden.“ Dazu gehören auch T-Shirts und Pullover mit dem Motto „Eine Stadt. Ein Team. Ein Ziel.“, die bei den Heimspielen sogar mit dem eigenen Namen individualisiert werden können.

Zum Schluss noch in den Trockentunnel - Foto: Crazy Company
Zum Schluss noch in den Trockentunnel – Foto: Crazy Company

In Gaißach werden übrigens nicht nur die immerhin 60.000 Handtücher produziert. Der kleine Ort in der Nähe von Bad Tölz ist zudem auch die Heimat von Leo Pföderl, der die Playoffs leider verletzungsbedingt von der Tribüne verfolgen muss und von Leistungsträger Yasin Ehliz, der nebenbei der Bruder von Yasemin Kristiloglu-Ehliz ist. „Es sieht schön aus und ist definitiv etwas Besonderes in der Liga“, freut sich auch der Stürmer über die Handtuch-Aktion. „Genießen kann man den Anblick jedoch nicht wirklich, da man extrem fokussiert ist und alles neben dem Eis ausblendet. Dafür hat sich in der Kabine schon jeder sein Exemplar gesichert!“ Umso besser. Vielleicht hilft es ja: für das Wunder von Nürnberg. Noch ist alles drin.

 

Wir bedanken uns bei Alexander Fuchs für die Bereitstellung des Textes.

 

This article has 2 Comments

  1. Finde es super das es die Playoff-Towels gibt und noch schöner ist es wenn es von einem Familienmitglied eines unserer Spieler gemacht wird

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