DURCHGECHECKT: SpradeTV vor Ort: Marcel Linke (Geschäftsführer)

Kathrin_klein | Autor: Kathrin Wolf |

 

Möchte man in der DEL2 die Auswärtsspiele seiner Mannschaft sehen und kann nicht selber auf die Reise gehen, nutzen viele Fans verstärkt das Angebot von SpradeTV. Wir werden euch in dieser Saison die Leute vorstellen, die vor Ort diesen Service ermöglichen. Beginnen wollen wir mit Marcel Linke, der die ganze Geschichte als Geschäftsführer von SpradeTV verantwortet.

 

 

Foto: schlagschuss/Grit Büttner
Foto: schlagschuss/Grit Büttner

Marcel, du warst Eishockeyspieler und bist jetzt Geschäftsführer von SpradeTV. Wie konnte denn das passieren?

(lacht) Ja, wie kam das? Ich kannte das Modell SpradeTV natürlich schon. Allerdings bin ich nicht Mitbegründer, sondern bin erst später mit eingestiegen. Nach meiner aktiven Laufbahn als Eishockeyspieler kam ein Freund und Mitbegründer von SpradeTV auf mich zu und fragte, ob ich mit in die Unternehmung einsteigen möchte. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann und bringe natürlich viel Leidenschaft zu unserem Sport mit. Ich weiß wovon ich spreche, wenn ich mit Trainern und Geschäftsführern rede oder was der Fan sehen will vom Eishockey. 2013 bin ich in die ganze Geschichte mit eingestiegen und das hat sich im Laufe der Zeit so entwickelt, dass ich jetzt als Geschäftsführer die Leitung von SpradeTV übernommen habe und als Ansprechpartner für die Teams vor Ort fungiere.

In wie weit bist du da an der Weiterentwicklung beteiligt?

Weiterentwicklung bedeutete für uns, dass wir verstärkt an die Vereine herantreten und so in der zweiten Liga nahezu alle Teams zusammen bekommen. Als ich dazu gekommen bin, sind wir mit drei Vereinen gestartet und bauten das ganze soweit aus, dass wir letztes Jahr mit 14 Teams kooperieren konnten. Auch jetzt führen wir mit Aufsteiger Bad Tölz Gespräche und hoffen, dass wir noch in dieser Saison gemeinsam eine Übertragung realisieren können.

Hättest du nach der kurzen Zeit erwartet, dass ihr quasi flächendeckend in der DEL2 vertreten seid?

Nein, hatte ich nicht erwartet. Aber wir haben uns von Anfang an gesagt, wenn wir die Hälfte der Vereine überzeugen können mit uns zu arbeiten, werden die Anderen nachziehen. So ist es dann auch gekommen. Für die Vereine ist es ja letztlich auch eine gute Sache: sie verdienen daran und bieten den Fans außerdem das Erlebnis, auch Auswärtsspiele ihrer Mannschaft sehen zu können.

 

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Wie zufrieden seid ihr mit dem Zuschauerschnitt vom letzten Jahr?

Wir haben in der letzten Saison unseren Schnitt noch mal steigern können und ein gutes Ergebnis erzielt.

Was könnte aus eurer Sicht besser laufen?

Die Teams vor Ort bestehen zum großen Teil aus ehrenamtlichen Mitarbeitern, es sind also keine ausgebildeten Journalisten oder Medienfachleute. Sie machen das aus Liebe zum Eishockey. Wichtig ist uns aber vor allem, dass während der Moderation eine gewisse Neutralität herrscht, da die meisten Fans, die zuschauen, die der Gastmannschaft sind. Neutralität ist uns sehr wichtig und daran arbeiten wir auch in Gesprächen vor Ort.

Hältst du Verbindung zu den Teams vor Ort?

Ja. Ich bin, neben meinen Kollegen, zu Spieltagen immer erreichbar für die Teams, wenn es dort irgendwelche Probleme gibt. Wir machen auch immer eine Nachbesprechung. Wenn uns irgendwas Gravierendes aufgefallen ist, sei es jetzt Kameraführung, Replays, Ansagen, Zeiten oder wenn die Kommentatoren wirklich zu einseitig kommentiert haben, dann wird da auch eine zeitnahe Änderung angestrebt. Denn wir bekommen schlussendlich von den Gastmannschaften und Fans auch die Beschwerden. Aber dabei muss man halt auch wissen, dass nicht wir die Kommentatoren stellen, sondern dass dies die Vereine vor Ort machen.

Glaubst du dass SpradeTV den guten alten Liveticker ablöst?

Das kann ich so nicht sagen, denn ich kenne viele Leute, die den Liveticker immer noch nutzen sofern er noch angeboten wird. SpradeTV ist ja aus der Idee entstanden einen Service für Leute, die nicht zu den Heimspielen gehen können oder in Deutschland verstreut sind, aber trotzdem ihre Mannschaft sehen wollen, zu bieten. Ob das Ganze den Liveticker ablöst, kann ich nicht sagen, aber ich meine, dass die Zeit sich eben auch weiterentwickelt und wenn so ein Stream da ist, ist es ja quasi wie ein Liveticker mit Livebild.

Wie wird die Zukunft von SpradeTV aussehen? Wird sich das Angebot weiter auf die DEL2 beschränken oder wird es sich auch in der Oberliga etablieren?

Das hoffe ich ganz stark. Wir sind jetzt mit drei Teams aus der Oberliga Süd vertreten. Wir haben Anfragen aus der Oberliga Nord, die wir derzeit mit bearbeiten. Da uns die komplette Ligaabdeckung sehr wichtig ist, hoffen wir, das wir Schritt für Schritt mehr Teams aus der Oberliga als Partner gewinnen, damit die Fans auch da ihre Mannschaften auswärts unterstützen und live sehen können. Es haben auch schon weitere Teams ihr Interesse bekundet und sie werden hoffentlich bald die Vorrausetzungen haben, bei uns einzusteigen. Die Umsetzung ist halt immer noch ein bisschen schwierig, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass bei den Vereinen engagierte Leute zu finden sind, mit denen zusammen das Vorhaben realisiert und etabliert werden kann.

Und was wünscht du dir für die kommende Saison?

Ich wünsche mir, dass unsere Übertragungen stabil und in guter Qualität laufen und wir so die Fans überzeugen können und unser Service weiterhin so gut angenommen wird.

Marcel, vielen Dank für das Gespräch!

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