NACHGECHECKT im Movember: Fight Cancer – Jari Pietsch

Kathrin_klein | Autor: Kathrin Wolf |

 

Der November wird im Eishockey von einem Wort geprägt: „Movember“. Lag der Fokus zunächst darauf, dass Bewusstsein der Männer im Kampf gegen Prostata- und Hodenkrebs zu stärken, ist nun jeglicher Typ dieser Krankheit ins Zentrum dieser Bewegung gerückt. Was 2003 in Australien begann hat jetzt mit zahlreichen Aktionen auch in den meisten Eishallen Deutschlands einen festen Platz.

 

 

Foto: Privat
Foto: Privat

Jari Pietsch ist 26 Jahre alt. In seiner aktiven Zeit als Eishockeyspieler spielte er vier Jahre für die Dresdner Eislöwen. Die letzten zwei Jahre seiner Karriere stand er bei den Bayreuth Tigers unter Vertrag. Nach zwei Gehirnerschütterungen und kleineren Verletzungen zog er nach der Saison 2014/2015 einen Schlussstrich und hängte die Schlittschuhe vernunftbedingt an den berühmten „Nagel“. Mit einem Bachelorabschluss in Wirtschaftswissenschaften und einem Masterabschluss in Betriebswirtschaftslehre in der Tasche arbeitet er jetzt in der Unternehmensberatung mit Schwerpunkt IT. Unabhängig davon hat er ein Projekt ins Leben gerufen, welches ihm persönlich sehr am Herzen liegt und mit dem er die „Movember“-Bewegung unterstützen will. Wir haben mit ihm über seine Gründe gesprochen:

 

Jari, warum liegen dir die „Movember“-Bewegung und der Kampf gegen den Krebs so am Herzen?

Ich war selber an Krebs erkrankt. Die Zeit, in der ich im Krankenhaus war, habe ich nie vergessen. Es war und ist ein sehr emotionales Thema und es ist mir auch lange Zeit schwer gefallen, darüber zu reden. Ich habe versucht, alles in eine Box zu stecken und beiseite zu schieben, metaphorisch gesprochen. Aber es ist ein Teil von meinem Leben. Ich weiß, dass mich viele Leute super unterstützt haben. Ich hatte ganz viel Glück und möchte gern mehr zurück geben. Ich weiß, dass es viele Leute gibt, denen es aus den verschiedensten Gründen nicht so gut geht und die nicht so viel Glück haben, wo auch die Familien Unterstützung brauchen. Auf der anderen Seite möchte ich auch Menschen ermutigen, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Mein Ziel während meiner Erkrankung war es immer, wieder zurück zu kommen, was ich ja auch geschafft habe. Das war so ein super Gefühl. Ich weiß gar nicht, ob man das so nachvollziehen kann. Dresden war damals meine Heimat. Das Gefühl wieder da zu sein und von allen, auch von den Fans wieder empfangen zu werden, war großartig.

Wie kamst du darauf, dein Projekt „Shirts Fights Cancer“ zu starten?

Meine Überlegung war, wie kann man Leute dazu bringen, die Movember-Bewegung  zu unterstützen und selber auch etwas davon haben. Natürlich spenden auch viele Menschen ohne Gegenleistung. Ich finde aber die Idee gut, dass es ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. Zudem generiert man mit einem T-Shirt natürlich auch noch einmal Aufmerksamkeit wenn man es trägt und setzt damit auch ein Zeichen. Darum geht es ja auch in der Movember-Bewegung: Um Aufmerksamkeit und das Bewusstsein im Kampf gegen den Krebs zu schaffen und zu stärken.

Das gespendete Geld geht an die Kinderonkologie des Helios Klinikum Berlin Buch. Warum?

Das Geld geht an das Krankenhaus, in dem ich auch gelegen habe. Ich weiß, dass es dort gut ankommt und auch gebraucht wird.

Foto: Privat
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Als du noch aktiv warst, wann hast du das erste Mal vom „Movember“ gehört?

Das erste Mal bin ich als ganz junger Spieler damit in Berührung gekommen. Da muss ich etwa 17 Jahre alt gewesen sein. Damals war es mehr eine coole Idee sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen, auch wenn er bei mir nicht wirklich gewachsen ist. Macht er übrigens heute auch nicht (lacht). Aber wenn ich ehrlich bin, war ich mir damals der Bedeutung nicht bewusst. So richtig bewusst und größer wurde es mir erst in Dresden, als ich nach meiner Krebserkrankung wieder zurück gekommen bin.

Dieses Bewusstsein hat man aber auch mit 17 Jahren vermutlich nicht, wenn man nicht selber in irgendeiner Hinsicht betroffen ist?

Wahrscheinlich nicht. Aber mit 17 hat man ja sowieso noch so das Gefühl der „Unkaputtbarkeit“. Es muss erst etwas passieren, dass es einem bewusst wird. Das ist irgendwie schade, aber wahrscheinlich auch irgendwie normal. Deswegen hoffe ich ja mit meiner Bewegung das Bewusstsein ein bisschen zu stärken. Bei mir war es fast schon zu spät. Ich weiß nicht, ob es anders gewesen wäre, wenn bei mir das Bewusstsein dafür schon da gewesen wäre. Das wäre reine Spekulation. Ich hatte viel Glück, das muss man immer wieder sagen. Andere haben es nicht.

Heute geht es dir gut?

Ja, mir geht es richtig gut. Ich steh total im Leben und bin kerngesund. Von daher ist es für mich auch der absolut richtige Zeitpunkt um mit meinem T-Shirt-Projekt etwas zurück zu geben. Natürlich engagiere ich mich auch noch privat, aber ich weiß und durfte es auch erfahren, dass es eine große Eishockeyfamilie gibt. Wenn man zusammen etwas macht, kann man viel mehr erreichen. Gemeinsam kann man den Unterschied ausmachen.

Jari, wir wünschen dir alles Gute und viel Erfolg mit deinem Projekt.

 

Wollt ihr Jari Pietsch und sein „Movember“-Projekt unterstützen? Hier geht es zu den Fight Cancer-Shirts. Es gibt auch eine Facebook-Seite

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