DURCHGECHECKT im Advent: Markus Maier (M-Masken)

Philipp | Autor: Philipp Milbich |

 

Bernie Wolfe, Denis Herron, Rogie Vachon, Bernie Parent, Ken Dryden, Gary Bromley, Michel Dion, Grant Fuhr, Pelle  Lindbergh, Michel Larocque, Mike Palmateer, Gilles Meloche oder Gilles Gratton… diese Namen der NHL-Torhütergeschichte mögen nur älteren oder eingefleischten NHL-Fans ein Begriff sein. Oder aber den Liebhabern von klassischen Torhütermasken. Alle diese Spieler trugen im Laufe ihrer Karriere Masken aus Fiberglas, die aufgrund ihres Designs zum Klassiker geworden sind.

 

 

Foto: privat
Foto: privat

Aber nicht nur in der NHL waren diese Masken zu finden. Der ehemalige Goalie Ravensburg Towerstars Christian Rohde trug in der Saison 2013/14 eine Maske, die im Design der Maske von Boston Bruins Goalie Gerry Cheevers aus den 70ern lackiert war. Außerhalb der Eishockeywelt erlangte dieser Typ der Torhütermaske, der hauptsächlich in den 70er Jahren getragen wurde, durch die Verwendung im Horrorfilm „Freitag der 13.“ Bekanntheit.

In der Nähe von Bad Tölz in Oberbayern hat sich Markus Maier dem Hobby verschrieben, diese historischen Masken originalgetreu in Profiqualität herzustellen. Wir wollen ihn und sein außergewöhnliches Steckenpferd vorstellen:

Markus, wie bist du auf die Idee gekommen historische Masken nachzubauen?

Die alten Masken haben mich schon immer fasziniert. Als ich selber mit Eishockey angefangen habe war gerade die Zeit, in der man im Tor nur mit Helmen mit Gitter spielen durfte. Die heutigen Gittermasken wurden in Deutschland erst erlaubt, als ich in der Jugend oder Schülermannschaft gespielt habe.

Auf die Idee bin ich vor Jahren gekommen, als ich gemerkt habe, wie schwierig es in Europa ist an wirklich gute Masken zu kommen. Es gibt, soweit ich weiß, nur einen Maskenbauer in Finnland, der Top-Qualität baut. Die Masken, die man hier manchmal auf eBay und sonstigen Shops findet, kommen irgendwie aus Thailand oder Griechenland. Auf den Fotos sehen sie ganz gut aus und sind billig, haben aber mit einer echten Eishockeymaske nichts zu tun. Also habe ich mich damit beschäftigt sie selbst zu bauen!

Mein Opa hatte mir übrigens eine echte „alte Maske“ geschenkt, als ich ca. 11 Jahre alt war. Damit waren meine Freunde und ich die Könige auf der Straße und im Winter auf dem Weiher! Ein Tennisball vermischt mit Kiesel und Wasser brennt nämlich auf der Backe. Die Maske besitze ich übrigens noch und ich habe vor sie auch mal nachzubauen.

Warum hast du dich gerade für alte Masken entschieden?

Foto: privat
Foto: privat

Weil ich finde, dass sie mehr Charakter haben als diese aus der Presse kommenden „modernen“ Masken. Ich will aber nicht ausschließen, dass ich mich mal an einem eigenen Modell für eine moderne Maske versuche.

Welchen Bezug hast du zum Eishockey?

Mein Vater und meine Onkel haben alle beim EC Bad Tölz und anderen hochklassigen Vereinen gespielt. Ich habe selbst mit drei Jahren angefangen und habe ca. 13 Jahre hauptberuflich im Tor gespielt.

Welche Vorkenntnisse und Fähigkeiten hast du mitgebracht um die Masken so detailgetreu nachzubauen?

Vorkenntnisse? Es war eine Menge „Try an error”. Man sollte schon handwerklich etwas geschickt sein. Vorkenntnisse mit GFK (Glasfaserverstärktem Kunststoff, Anm. d. Red.) und Formenbau schaden nicht. Ich tausche mich seit zwei Jahren auch mit einem der Top-Maskenbauer in USA aus.

Foto: priat
Foto: priat

Welche Materialien verwendest du?

Bei den Materialien benutze ich nur hochwertigstes Epoxid und Glasfaser, welches für die Luftfahrt eingesetzt wird. Ich könnte auch billiges Material verbauen, aber das ist nicht mein Anspruch! Ich baue jede Maske so, als würde ich sie für mich bauen!

Welche Arbeitsschritte sind nötig um eine historische Maske zu bauen?

Der erste Schritt ist das Modellieren des Modells und der Formenbau. Dann wird die Maske von Hand mit 8-11 Lagen GFK laminiert. Bei manchen Modellen müssen zwischen den Lagen noch Details aufgebracht werden. Die harte Maske wird dann entformt, bevor die Löcher angezeichnet werden. Dann wird geschnitten, gefeilt und geschliffen. Zum Schluss wird die Maske lackiert. Je nach Modell und Aufwand brauche ich mindestens 4-5 Stunden Arbeitszeit, dazwischen noch einiges an Zeit zum Trocknen und Härten.

Woher hast du die Formen und Modelle?

Die Formen modelliere ich mir zum Teil komplett selbst. Wenn ich das Glück habe an eine originale Maske oder den Abdruck eines Originals zu kommen, fertige ich einen Abdruck.

Foto: priat
Foto: priat

Wo arbeitest du?

Ich arbeite bei mir zu Hause, wo ich eine Werkstatt für die „sauberen“ Arbeitsschritte habe. Geschliffen, gebohrt und geschnitten wird im „Schupfn“.

Seit wann machst du das alles?

So, dass ich mit der Herstellung zufrieden bin, seit etwa einem Jahr. Angefangen habe ich nur für mich, dann wollten Freunde welche, jetzt seit kurzem nehme ich auch Aufträge von Kunden an. Alle paar Monate kommt ein neues Modell dazu.

Foto: privat
Foto: privat

Wie kann man dich bei Interesse kontaktieren?

Auf Facebook findet man mich unter M-Masken oder per Mail unter maiermarkus77@gmail.com.

Vielen Dank für die Einblicke in dein außergewöhnliches Hobby!

 

 

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