BANDEN-CHECK: Markus Eberhardt (Heilbronner Falken)

  | Autor: Dirk Hausmann |

 

 

Mit gerade einmal 24 Jahren hat Markus Eberhardt bereits über 200 Spiele in der DEL2 bzw. der zweiten Liga absolviert. Aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls musste er mehr als die Hälfte der letzten Saison aussetzen. Wir trafen ihn zu einem kurzen Gespräch.

 

Markus, in der Aufstellung ist gewiss nicht nur mir etwas aufgefallen: Du bist jetzt Verteidiger. Warum?

Richtig. Es war eigentlich schon letztes Jahr der Plan, als Gerhard Unterluggauer noch Trainer bei uns war. Wir hatten vor der Saison bereits darüber gesprochen, ob ich es versuchen werde, ein oder zwei Spiele als Verteidiger zu agieren. Basis waren da die vergangenen beiden Jahre, wo ich keine optimale Scoring-Bilanz hatte. Zu meiner Zeit beim SC Riessersee hatte ich auch bereits als Verteidiger ausgeholfen. Leider kam dann mein Unfall dazwischen und es lief dann nicht alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Da unser Coach Alexander Mellitzer Gerhard ja gut kennt, werden wir das diese Saison ausprobieren. In Braunlage und heute lief es ja nicht schlecht und daher werden wir es wohl beibehalten.

Wie musst Du Dich umstellen?

Es ist ein komplett anderes Spiel. Als Stürmer musst du halt eher ins Forechecking und die gegnerischen Spieler unter Druck setzen. Als Verteidiger hast du mehr Verantwortung. Hinter dir ist halt nur noch der Torwart. Zudem bist du halt maßgeblich für den Spielaufbau verantwortlich.

Foto: Bianca Steinert

Du bist körperlich sehr präsent. Kommt das Dir als Verteidiger eher zugute?

Ich war schon immer ein harter Spieler, egal ob als Stürmer oder jetzt als Verteidiger. Wenn wir uns Jonathan Harty anschauen, der ja hier auch gespielt hat, er war und ist als Verteidiger auch körperlich stark unterwegs. Ich gehe auch eher hart auf den Körper und wenn es nötig ist, muss man auch mal austeilen. Dazu bin ich mir auch nicht zu schade.

Ihr hatte heute ein Freundschaftsspiel, dennoch sieht Du etwas lädiert aus. Was war los?

Freundschaftsspiel stimmt schon. Aber unsere Philosophie, auch wenn wir trainieren, ist: Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal wer der Gegner ist. Zum Ende hin, mit zehn Toren Vorsprung und zu Null, ist auch klar, dass die gegnerische Mannschaft etwas aggressiv wird und das ein oder andere Foul spielt. Wenn man dann sieht, dass fünf von denen gegen einen jungen Spieler von uns an der Bande sind, muss da halt einer zwischen.

Du sprachst es an: Letzten Sommer hattest Du einen schweren Verkehrsunfall. Du bist sehr schnell wieder zurückgekommen. Hast Du damit gerechnet?

Als ich die Diagnose der Ärzte im Krankenhaus bekomme hatte, habe ich erst mal überlegt, ob ich überhaupt noch mal wiederkommen werde. Es hieß, ich kann zwei Jahre überhaupt keinen Sport machen. Auch durch die Hilfe der Heilbronner Falken, da muss ich besonders unseren Geschäftsführer Atilla Eren danken, habe ich sehr gut Ärzte und Physiotherapeuten an die Seite bekommen. Ich konnte viel trainieren und es wurde alles getan, dass ich wieder fit werde. Natürlich gehört da auch ein starker Wille zu. Die Falken haben mir da sehr unter die Arme gegriffen.

Hast Du je gezweifelt, es wieder aufs Eis zu schaffen?

Während der Zeit im Krankenhaus definitiv. Man ist es ja nicht gewohnt im Bett zu liegen und da schauen Schrauben und alles Mögliche aus Deinem Bein raus. Da kam natürlich Zweifel auf, ob ich es schaffen werde. Als ich aber gesehen habe welche Fortschritte ich im Krankenhaus und anschließend in der Reha gemacht habe, war ich mir schon sicher, dass ich es schaffen werde. Eigentlich waren acht Wochen Reha angesetzt, nach einer war ich wieder raus. Das hat mir einen Push gegeben und ich wollte schnell wieder zurück. Ich habe einige Spiele auf der Tribüne verfolgt und gehofft, dass ich in der Saison noch einmal durch den Falken mit meinem Team aufs Eis laufen kann. An 9. Februar hat es geklappt und ich war sehr glücklich.

Wie war die Zeit mental für Dich? Ich stelle mir das nicht einfach vor.

Nein, das war nicht einfach. Dafür hat man seine Familie und eine Freundin, die mich immer wieder aufgebaut haben. In einer solchen Zeit hat man immer wieder brutale Tiefs. Du bist topfit und wirst dann komplett zurückgeworfen. Ich habe aber schon als kleines Kind gelernt, du musst jeden Tag das Gleiche machen und hart arbeiten. Dann siehst du auch, dass es immer besser wird.

Bei den Falken ist Vieles neu. Was können wir von Euch erwarten?

Seit ich 16 Jahre alt bin spiele ich als Profi Eishockey. Diese Vorbereitung jetzt ist wirklich sehr, sehr hart, aber es kommt uns einfach zu Gute. Heute und auch in Braunlage konnte man sehen, dass wir ein unglaubliches Tempo haben. So trainieren wir auch. Im Hinblick auf die letzte Saison wollen wir leistungsmäßig noch einmal eine Schippe drauf legen.

Ihr habt einen neuen Trainer. Ein Vorteil, da jeder bei null anfängt oder ein Nachteil, weil man eben bei null anfängt?

Es kommt auf den Trainer an. Sicherlich kennt man den Coach noch nicht und man fängt bei null an. Ich kann nichts Schlechtes über den Trainer sagen und bin froh, dass er hier ist.

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