NACHGECHECKT: Regeländerung „Stockschlag“ und „Später Check“

 

| Autor:Dirk Hausmann|

 

 

Foto: schlagschuss.de/Philipp Milbich

Knapp die Hälfte der Saison 2018/19 ist absolviert, aber noch immer diskutieren Fans und Zuschauer über einige Strafen gegen die Teams. Besonders „Stockschlag“ und der „späte Check“ sorgen für Uneinigkeit. Wir haben Schiedsrichterin Nicole Hertrich getroffen und um etwas Aufklärung gebeten. Sie stand uns gerne zur Verfügung.

 

 

 

 

 

Die Regelauslegung „Stockschlag“ hat sich mit dem Beginn der Saison verändert. Kannst du uns erklären, was nun anders geahndet wird?

Grundsätzlich hat sich an der Auslegung des Stockschlags nichts verändert, das steht unverändert im Regelbuch. Wir sollen dieses Vergehen nur etwas strenger auslegen und entsprechend pfeifen, da genau dies die Aktionen sind, die das Spiel langsam machen und dem gefoulten Spieler die Möglichkeit nehmen zum Tor zu ziehen. Wir sollen konsequent pfeifen, wenn Stockschläge zur Hand des Spielers gehen, der dann die Puckkontrolle verliert und somit auch den Zug zum Tor.

Etwa die Hälfte der Saison ist um, dennoch wird auf den Tribünen oft über Stockschläge diskutiert. Wie können die Zuschauer erkennen, ob ein Stockschlag unkorrekt und somit ein Foul war?

Das ist sicherlich von der Tribüne aus nicht einfach zu erkennen. Stick on Stick ist im gewissen Rahmen weiterhin erlaubt. Aber sobald es auf die Hände oder auch an den Körper geht und dadurch eben die Puckkontrolle des scheibenführenden Spielers verloren geht, müssen Stockschlag und Strafe gepfiffen werden. Diese kleinen, kurzen und schnellen Schläge sind von außen sehr schwer zu erkennen. Allerdings sind genau diese für den Spieler schmerzhaft und nehmen ihm die Puckkontrolle. Das gilt natürlich auch, wenn hart auf den Schläger geschlagen wird.

Was ist mit Stockschlägen Richtung Oberkörper oder auch Beine des Gegners?

Das liegt im Ermessen des Schiedsrichters. Wie bei vielen anderen Strafen auch, gibt es kein „Schwarz oder Weiß“, sondern die entscheidende Frage ist immer: Hat der Spieler durch einen Stockschlag einen Nachteil? Ist es ein leichter Schlag und der Spieler kann unbeirrt weiter skaten, dann läßt man es laufen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das für die Fans nicht immer einfach zu unterscheiden ist. Auch auf dem Eis ist es -je nach Blickwinkel- schwer zu erkennen, da diese Aktionen sehr schnell ablaufen.

Neben dem Thema Stockschlag beschäftigt uns der „Späte Check“ auch immer wieder. Kannst du uns diese Strafe ebenfalls kurz erläutern?

Auch dieses ist eigentlich keine neue Regel. Früher war dieses Vergehen im Bereich der Behinderung angesiedelt. Wenn ein Spieler an der Bande die Scheibe abgespielt hat, lässt normalerweise die Körperspannung nach. Wird ein Check -auch wieder im Ermessen des Schiedsrichter- zu spät gefahren, dann soll eine Strafe wegen „late hit“ verhängt werden. Ermessen des Schiedsrichters heißt in diesem Fall: Kommt der Check Bruchteile einer Sekunde nach Spielen des Pucks, ist alles okay. Kannst du aber z.B. noch „21, 22“ zählen, dann ist es ein später Check. Aber auch hier gibt es wieder nicht schwarz und weiß. Wir alle kennen die offensichtlichen „late hits“. Da kannst du noch „21, 22, 23“  zählen und dann erst kommt der Köperkontakt.

Foto: schlagschuss.de/Philipp Milbich

Das gilt nur an der Bande oder auch auf dem Eis?

Nein, das gilt auch open ice, genau wie früher, als wir in diesem Fall noch Behinderung geahndet hätten.

Hier geht es also primär darum, den Spieler zu schützen?

Ganz klar! Nachdem ein Spieler die Scheibe gespielt und seine Körperspannung nachgelassen hat, muss er nicht mehr umgefahren werden.

Nicole, vielen Dank für deine Zeit!

Sehr gerne! Ich hoffe, ich konnte etwas zum besseren Verständnis beitragen.

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