DURCHGECHECKT: Franz-David Fritzmeier | Sportdirektor der Löwen Frankfurt

 

| Autor: Dirk Hausmann |

 

 

 

BEREIT SEIN FÜR TAG X

 

Seit Dezember 2017 ist Franz-David Fritzmeier Sportdirektor bei den Löwen Frankfurt. In seiner aktiven Karriere spielte er in der DEL u.a. für die Adler Mannheim, die Iserlohn Roosters und die Krefeld Pinguine. Im April 1980 wurde Fritzmeier in Bad Tölz geboren und begann seine Profikarriere mit lediglich 16 Jahren beim SC Riessersee in der 1. Bundesliga Süd, der damaligen Hacker-Pschorr-Liga. Bereits im Alter von 28 Jahren sammelte er erste Erfahrungen im Management. Zu dieser Zeit war er neben seiner Aufgabe als Spieler des Herner EV auch mit Aufgaben abseits der Eisfläche betraut. Franz-David ist der Sohn von Franz Fritzmeier sen., der als Trainer und Manager u.a. die Krefeld Pinguine, die Füchse Duisburg und den EC Bad Tölz leitete.

 

Hallo Franz. Wenn wir auf Deine Historie schauen sehen wir folgende Stationen: Cheftrainer bei den Füchsen Duisburg, Co-Trainer bei den Kölner Haien in der DEL und dann Headcoach bei den Krefeld Pinguinen, ebenfalls in der DEL und nun Sportdirektor bei den Löwen Frankfurt in der DEL2. Ist Dein Posten in Frankfurt ein Rückschritt oder ein Karrieresprung?

Foto: Hübner | Löwen Frankfurt

Hallo. Nun, das war eine fortlaufende Entwicklung. In Duisburg haben Matthias Roos und ich gemeinsam etwas aufgebaut. Er als Co-Trainer, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter und ich als Headcoach. Die Zusammenarbeit mit Matthias hat mir sehr viel Spaß gemacht und diese Zeit in Duisburg war für uns beide der Karrierestart. Uns macht besonders stolz zu sehen, wie viele von den Jungs die damals dabei waren nun in der DEL spielen. Dafür wurde ich persönlich dann belohnt und als Co-Trainer bei den Haien berufen. Da Niklas Sundblad mehr oder weniger Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion war, war ich bereits früh in Managementaufgaben und ins Scouting eingebunden. Da wir in Köln vieles gemeinsam geleitet haben, konnte ich bereits zahlreiche Aufgaben im Management kennenlernen. In Krefeld war es im Grund das Gleiche. Ich war Headcoach und Sportlicher Leiter, da wir mit Rüdiger Noack nur einen Berater hatten, der nur bedingt involviert war. Die Position des Sportlichen Leiters bei so einem großen Club wie den Löwen Frankfurt zu bekommen, ist dann deutlich ein Karriereschritt nach vorne.

Reitz es Dich noch mal zu coachen?

Man soll nie nie sagen. Allerdings fühle ich mich sehr wohl in meiner Position. Als Sportlicher Leiter kannst Du viel mehr aufbauen.

Was genau baust Du hier in Frankfurt auf?

Wir wollen zurück in die DEL. Unser Konzept dazu ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Dazu zählt den Club, der schon sehr gut aufgestellt ist, bereit zu machen für eine höhere Liga. Wir müssen eine Mannschaft aufbauen die DEL-kompatibel ist.

Du sagtest es eben, ihr wollt zurück in die DEL. Was genau unternehmt ihr aktuell für den Aufstieg?

Der erste Schritt war die sportliche Konsolidierung. Wir haben ein DEL-kompatibles Trainerteam installiert. Das besteht im Wesentlichen aus einem festen Torwarttrainer, zwei Coaches und zwei festen Betreuern. So können wir die Spieler gezielt weiterentwickeln. Diese Manpower ist nichts Besonderes, sondern im Spitzeneishockey alltäglich.

Auch im Umfeld haben wir punktuell optimiert. Finanziell und wirtschaftlich stand der Verein schon vorher top da. Im Sommer haben wir einen Kraftraum gebaut und bereiten uns nun auch im Umfeld, z.B. im Bereich der Spielerwohnungen auf den Tag X vor. Der kann natürlich auch bereits vor 2021 kommen. Auch im Vorfeld zur aktuellen Saison haben wir Unterlagen zur DEL-Lizenzierung eingereicht.

Ein wesentlicher Faktor ist das Gesicht der Mannschaft. Wir haben es geschafft, junge Spieler langfristig an uns zu binden. Die Jungs wollen mit uns den Weg gehen und sollen dann in der DEL nicht nur Talente sein, sondern bereit und fähig mitzuhalten und zu spielen. Wir müssen auch immer die Regeln beachten. Nächstes Jahr sind es zwei U-Spieler auf dem Spielbericht und in Zukunft vielleicht sogar noch mehr. Wir müssen also auch die Mannschaft strukturell und personell bereit machen für den besagten Tag X. Das ist unsere tägliche Aufgabe. Natürlich wollen wir schon jetzt den größtmöglichen Erfolg, aber richtig wichtig wird es im dritten Jahr, nämlich dann, wenn es um den Aufstieg geht. Da werden dann besonders die aktuell jungen Spieler wichtig sein, die heutigen Toptalente. Es war schon eine große Herausforderung die alle an uns zu binden, denn die Jungs hätten auch in der DEL unterschreiben können.

Ihr seid der Zuschauermagnet in der DEL2. Welchen Vorteil siehst Du in dieser guten Kulisse?

Das ist natürlich auch ein Faktor, der besagt: Wir stehen gut da.

Im Bereich des Marketing hat der Club sehr hart gearbeitet und sich sehr gut positioniert. Auch hier sind wir auf DEL-Niveau. Sportlich müssen wir noch auf dieses Level kommen.

Für unsere jungen Spieler ist es toll zu lernen, vor solch einem Publikum zu spielen. Das Publikum, die Stimmung putscht uns auch immer und immer wieder nach vorne.

Natürlich müssen wir und besonders unsere jungen Spieler auch lernen mit den Erwartungen umzugehen. Es ist etwas sehr Schönes aus dem Nachwuchs zu kommen und vor 5000 Menschen -die uns super unterstützen und hinter uns stehen- zu spielen, aber da ist natürlich auch ein gewisser Druck vorhanden.

Auswärts ist es nicht anders: Egal wo wir hin kommen, wir sind der Favorit. Natürlich ist das etwas Positives, das ehrt uns sehr, aber gleichzeitig liegt auch da wieder Druck auf uns allen. Damit umzugehen, den zu beherrschen ist auch wieder ein Lernprozess, dem wir uns stellen. Später -also in der DEL- wirst Du immer vor 5000 Leute spielen. OK, manchmal auch vor weniger, wir haben teilweise mehr Zuschauer in unserer Eissporthalle, als einige DEL-Teams.

Zusammenfassend kann ich sagen: Die Löwen sind bereit für den Aufstieg?

Wir müssen gewiss noch einiges tun, aber grundsätzlich sind wir bereit, ja.

Franz, vielen Dank für Deine Zeit und eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison für Euch!

Danke.

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